Was ist kommunale Wärmeplanung?
Um Klimaneutralität zu erreichen und von den Importen fossiler Energien unabhängig zu werden, sind regenerative Energien unentbehrlich. Dabei wird meist an den Stromverbrauch gedacht. Doch im Bereich der Wärme sind diese Energiequellen genauso wichtig. Schließlich entfällt in Deutschland rund die Hälfte des Energieverbrauchs auf die Wärmeerzeugung, für Heizungen, Warmwasser und Prozesswärme in der Industrie.
In privaten Haushalten wird 80 bis 90% der Energie für die Wärme verbraucht. Aktuell werden nur rund 20% von Erneuerbaren Energien abgedeckt, hauptsächlich über Wärmepumpen mit Solaranlagen auf dem Dach. Rund 80% der Wärmeenergie stammt noch aus Erdgas und Erdöl. Der Handlungsbedarf ist also groß, damit Deutschland bis 2045, beziehungsweise Baden-Württemberg bis 2040 klimaneutral sind.
Darum trat am 1.1.2024 ein Wärmeplanungsgesetz in Kraft, laut dem in allen Gemeinden eine kommunale Wärmeplanung umgesetzt werden muss. Kommunen mit mehr als 100.000 Einwohnern mussten den Plan bis zum 30.3.2026 vorlegen, kleinere Kommunen haben bis zum 30.6.2028 Zeit.
Laut diesem Gesetz muss jede Kommune den aktuellen Stand der Wärmeversorgung vor Ort erfassen und einen detaillierten, an den Ort angepassten Maßnahmenplan erarbeiten. Die Stadtverwaltung legt darin fest, welche Erneuerbare Energieträger und welche Techniken zum Einsatz kommen sollen, um das Ziel der Dekarbonisierung so schnell wie möglich zu erreichen.
Im kommunalen Bereich ist die Abwärme aus Kläranlagen, Flüssen und Fabrikanlagen eine leicht zugängliche, kostenlose Energiequelle. Hinzu kommt die Energie aus Biomasse und oberflächennaher Geothermie (bis 400 m Tiefe). Großwärmepumpen und Blockheizkraftwerke wandeln sie in nutzbare Wärme um. Sie kann über Fernwärmeleitungen zu vielen Haushalten und Gewerbebetriebe transportiert werden. Hinzu kommen Sonnenkollektoren (Wärme) und PV-Anlagen (Strom) auf Dächern. PV-Anlagen machen den Betrieb von Wärmepumpen preiswert.
Die Wärmepläne müssen veröffentlicht werden, um die Bürger über die zeitlich und räumlich ausgearbeiteten Konzepte der Stadt zu informieren. Das ist wichtig, damit private Haushalte und Unternehmen ihre eigene Planung danach ausrichten können. Wenn sie den Austausch ihrer Heizung planen, sollten sie wissen, ob sie in absehbarer Zeit an ein kommunales Fernwärmenetz angeschlossen werden können oder nicht.

